Live-Unterricht um 16.30 Uhr

Die digitale Transformation eröffnet Graubünden grosse Chancen, denn durch sie kann der Anschluss an Metropolitanräume sichergestellt werden. Die HTW Chur hat die Wichtigkeit der digitalen Transformation früh erkannt und als strategische Initiative entwickelt. Die Megatrends «Neues Lernen», «Konnektivität» und «New Work» werden durch die Hochschule mittels Blended Learning aufgenommen und Studierende gezielt in der Digitalisierung ausgebildet. Auch in der Forschung ist die Digitalisierung als Querschnittsthema präsent.

Livestream: Einblick in den Unterricht

Ab 16.30 Uhr bis ca. 17.15 Uhr können Sie live den Unterricht unserer Bachelorstudienrichtung Digital Business Management verfolgen. Der Unterricht findet im Modul «Einführung E-Business Management» im 1. Semester statt und behandelt Einführungen in die Themen Social Media Monitoring und Web Analytics.

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und erfasst alle Lebensbereiche. Die HTW Chur nutzt die neuen technologischen Möglichkeiten, um unser Lehr- und Lernangebot auszubauen und die Qualität und Effizienz zu steigern. Zudem stärkt die HTW Chur die digitale Expertiste ihrer Studierenden.

Die HTW Chur arbeitet mit Themenschwerpunkten und betreibt dort Lehre, Weiterbildung sowie angewandte Forschung und Dienstleistung. Dabei arbeitet sie eng mit Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft und Öffentlichkeit zusammen. Die Themenschwerpunkte «Angewandte Zukunftstechnologien», «Lebensraum» und «Unternehmerisches Handeln» sollen auch die Umkehr von Hierarchien und Silodenken hin zu Verzahnung und Interdisziplinarität aufzeigen.

Die HTW Chur bietet verschiedene Dienstleistungsangebote in Form von Beratungen oder Laboren an.

Labore mit Fokus auf die Digitalisierung

Die digitale Transformation widerspiegelt sich in neuen Angeboten. Diese Angebote umfassen intelligente Produkte und Dienstleistungen sowie neue oder veränderte Geschäftsmodelle.

Ermöglicht werden die Angebote durch die Treiber der digitalen Transformation. So ermöglicht der Einsatz digitaler Technologien (z. B. Sensoren, Informationssysteme, Plattformen) das Sammeln von Daten. Diese Daten werden durch eine geeignete Vernetzung der Prozesse ausgetauscht, konsolidiert und anschliessend analysiert und interpretiert. Zentral ist der Aufbau notwendiger Fähigkeiten, welche z. B. den Einsatz digitaler Technologien ermöglichen oder Basis für die Datenanalyse bilden. Weitere Treiber der Transformation sind das Management sowie eine unterstützende Unternehmenskultur.

Die digitale Transformation, bestehend aus Angeboten und Treibern, ermöglicht das Erzielen externer oder interner Mehrwerte (z. B. Kundennutzen) und/oder Effizienzvorteile.

Die Auswirkungen der digitalen Transformation widerspiegeln sich in der Gesellschaft, d. h. durch Veränderungen in der regionalen Entwicklung, hinsichtlich Wohlstand und Arbeitsplätze sowie ökologischer Effizienz.

Einige Beispiele

Die Digitalisierung von Kinderzeichnungen

Heutzutage werden Kulturgüter nicht mehr nur langfristig auf bewahrt, sondern können dank Digitalisierung einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht werden. Das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft (SII) unterstützt im Rahmen eines Lotteriefondsprojekts die Digitalisierung von
50 000 Kinderzeichnungen des letzten Jahrhunderts.

Mädchen, 9 Jahre, Ohne Titel, Schulzeichnung, Bleistift und Farbstift, um 1940 (Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung, Stiftung Pestalozzianum)

Digitalisierung der Forschung - Forschungsdaten im Fokus

Seit Kurzem muss jedes Forschungsprojekt einen Datenmanagementplan vorlegen. Dies bedingt neue Jobs und den Aufbau verschiedener Infrastrukturen zur Verwaltung und Erhaltung von Forschungsdaten. Institutionen müssen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der systematischen Erfassung von Daten unterstützen und ihnen auch einen einfachen und schnellen Zugang zu vorhandenen Daten ermöglichen. Zur Ergänzung dieser Infrastrukturprojekte hat das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft
(SII) zusammen mit der HEG (Genf) das Projekt «Train2Dacar», ein Schulungsprogramm für Forschungsdatenmanagerinnen und -manager, lanciert.

Um (Forschungs-) Daten zu sichern, aufzubereiten und zu interpretieren, entstehen neue Berufe.

Digitalisierung des Bauens in Praxis und Unterricht

Der Entwurfs- und Bauprozess erlebt zurzeit eine grössere, rasante Umbruchphase. Virtuelles Gebäudemodell, BIM (Building Information Modelling oder Gebäudedatenmodellierung), 3-D-Druck oder digitale Fabrikation sind Schlagworte, die nicht nur in der Fachpresse diskutiert werden. Architekten, Bauingenieurinnen und alle beteiligten Fachplanerinnen und -planer erarbeiten ihre Lösungen zunehmend an einem gemeinsamen, virtuellen Gebäudemodell. Die Architektur– und Bauingenieurstudierenden der HTW Chur lernen die Grundlagen bereits im Studium, in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für bauen im alpinen Raum (IBAR).

Visualisierung des Eingangsbereichs eines Kunstraumes in Chur durch die Architekturstudentin Larissa Cavegn. Diese Visualisierung entstand im Rahmen des Fachs «Digitaler Entwurf» im Herbstsemester 2016.

Digitaler Tourismus – mehr als ein populäres Schlagwort

Die Entwicklung hin zur spontanen und kurzfristigen Ferienplanung nach vermehrt individuellen Präferenzen führt auch im alpinen Tourismus zunehmend zu heterogenen Gästestrukturen. Studien des Instituts für Tourismus und Freizeit (ITF) der HTW Chur haben sich einerseits mit den damit einhergehenden veränderten Markterwartungen befasst. Andererseits rückten dabei auf der Anbieterseite zusehends neue Herausforderungen rund um das in Wirtschaft und Gesellschaft aktuell omnipräsente Schlagwort «Digitalisierung » in den Fokus.

Auch in der vermeintlich eher homogenen Zielgruppe der Mountainbiker gibt es unterschiedlichste individuelle Bedürfnisse und Interessen, welche über mobile Services gezielt und kundennah bedient werden können.

Nach der Umsetzung wird evaluiert: Digitale Strategien für KMU

Digitale Technologien bieten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vielfältige Möglichkeiten. Doch welche Technologien sind zweckdienlich und mit welchen Aufwänden muss gerechnet werden? Das Team des Forschungsfeldes «Digitale Strategien» des Schweizerischen Institutes für Entrepreneurship (SIFE) entwickelte, erforschte und begleitete zehn Ostschweizer KMU bei der Umsetzung ihrer digitalen Strategie.

Die Zielerreichung der digitalen Strategie wird mit verschiedenen Tools gemessen.

Digitalisierung als Chance für die öffentliche Verwaltung

Die Expertinnen und Experten der HTW Chur sind sich einig: Die Digitalisierung ist auch in der öffentlichen Verwaltung nicht aufzuhalten. Die Gemeinden müssen sich darüber klar werden, wohin sie sich entwickeln möchten und wie sie in Zukunft mit der Digitalisierung von Daten umgehen wollen. Ursin Fetz leitet das Zentrum für Verwaltungsmanagement (ZVM) der HTW Chur, Niklaus Stettler das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft (SII).

«Sobald das Vertrauen in die Sicherheit und in den Prozess gefestigt ist, spricht nichts mehr dagegen, Abstimmungen und Wahlen künftig elektronisch durchzuführen.»
Niklaus Stettler, Leiter, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft (SII)